Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlegt seinen Amtssitz für drei Tage nach Hessen. Im Rahmen seiner Reihe "Ortszeit Deutschland" führt er seine Amtsgeschäfte vom 18. bis 20. März 2025 von Stadtallendorf aus.
Stadtallendorf ist die vierzehnte "Ortszeit Deutschland" des Bundespräsidenten. Das Staatsoberhaupt verlässt seinen Berliner Amtssitz in Schloss Bellevue und besucht Regionen außerhalb der Metropolen, um dort mit Bürgerinnen und Bürgern unmittelbar, offen, kontrovers und respektvoll ins Gespräch zu kommen. Der Bundespräsident wählt bewusst Orte, die – auf sehr unterschiedliche Weisen – gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel gestaltet haben und dabei nicht im ständigen Fokus des öffentlichen Interesses stehen.
Stadtallendorf in Mittelhessen zählt knapp 22.000 Einwohnerinnen und Einwohner und ist Standort von einer Reihe innovativer Unternehmen, die zu den größten Arbeitgebern der Region zählen. Eine lebendige Vereins- und Jugendarbeit, Sport- und soziale Initiativen zeugen zugleich vom gelungenen Zusammenhalt in der Stadtgesellschaft. Überdies steht die Stadt in besonderer Weise für die erfolgreiche Integration von Zuwanderern, bedingt durch den Zuzug von deutschen Heimatvertriebenen und Aussiedlern in der Nachkriegszeit, von Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die in die Stadt kamen, seit der italienische Süßwarenhersteller Ferrero dort 1956 seine erste deutsche Produktionsstätte errichtete, sowie durch die Geflüchteten der vergangenen Jahre. Darüber hinaus setzt sich die Stadt in vorbildlicher Weise mit der eigenen Vergangenheit als Stätte nationalsozialistischen Unrechts auseinander: In den einst größten Sprengstoffwerken Europas wurden während des Zweiten Weltkrieges rund 20.000 Zwangsarbeiter aus 29 Nationen ausgebeutet.
Zum Auftakt seines Besuchs trifft der Bundespräsident am ersten Tag der Ortszeit im Rathaus mit Kommunalpolitikerinnen und -politikern zusammen und kommt beim anschließenden Gang durch die Stadt spontan mit Einwohnerinnen und Einwohnern ins Gespräch. An der "Kaffeetafel kontrovers" diskutiert der Bundespräsident mit Bürgerinnen und Bürgern über Zuwanderung und Integration sowie über die Frage, inwieweit Stadtallendorf auf diesen Gebieten Vorbild sein kann. Beim Besuch des Sozial- und Kulturzentrums "Südstadt-Kiosk" wird das Staatsoberhaupt Gelegenheit haben, Jugendliche beim Boxtraining zu besuchen und sich mit ihnen auszutauschen. Einen Eindruck vom ehrenamtlichen Engagement und dem städtischen Zusammenhalt erhält der Bundespräsident beim Besuch des Mittagstischs im Schweinsberger Bürgerhaus sowie bei der jährlichen Vereins- und Sportlergala in der Stadthalle.
Im Dokumentations- und Informationszentrum Stadtallendorf, Deutschlands ältester Gedenkstätte für Zwangsarbeit, besichtigt der Bundespräsident die Dauerausstellung zusammen mit Soldatinnen und Soldaten vom Bundeswehrstandort der Stadt. Diese lädt er im Anschluss zu einem Gespräch darüber ein, welche Bedeutung das NS-Unrecht heute für die Wertorientierung der Bundeswehr hat. An der Gedenkstätte Münchmühle, an der sich eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald befand und jüdische Zwangsarbeiterinnen untergebracht waren, wird der Bundespräsident einen Kranz niederlegen. Das KZ-Außenlager wurde vor 80 Jahren von US-amerikanischen Soldaten befreit.
Auf dem Programm der dreitägigen "Ortszeit Stadtallendorf" steht außerdem eine Besichtigung der Eisengießerei Fritz Winter, wo sich der Bundespräsident über moderne Fertigungsprozesse informiert sowie über den Anspruch des Unternehmens, die Fertigung bis 2045 CO²-neutral zu gestalten und ohne fossile Energieträger auszukommen. Des Weiteren informiert sich der Bundespräsident beim Süßwarenhersteller Ferrero über den Standort Stadtallendorf und tauscht sich mit Mitarbeitenden bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine aus.
Die Ortszeit endet mit einer feierlichen Ordensvergabe in der Stadthalle. Der Bundespräsident verleiht engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Hessen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
"Ortszeit Deutschland"
Stadtallendorf in Hessen ist nach Nordhorn in Niedersachsen, Stendal in Sachsen-Anhalt, Weiden in Bayern, Espelkamp in Nordrhein-Westfalen, Meiningen in Thüringen, Eckernförde in Schleswig-Holstein, Senftenberg in Brandenburg, Völklingen im Saarland, Freiberg in Sachsen, Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern, Rottweil in Baden-Württemberg, Quedlinburg in Sachsen-Anhalt und Altenburg in Thüringen die vierzehnte Station der "Ortszeit Deutschland".
Der Bundespräsident bringt Zeit mit, ist ansprechbar und sucht spontane Begegnungen. Er möchte erfahren, was den Menschen Mut und Hoffnung macht und was sie skeptisch gegenüber unserer Demokratie und ihren Institutionen werden lässt. Er will Eindrücke davon gewinnen, was die Menschen vor Ort umtreibt und auch motiviert, Verantwortung zu übernehmen, und was dies wiederum für politische Entscheidungsträger bedeuten kann. Bundespräsident Steinmeier zum Konzept seiner Ortszeiten in den Regionen: Demokratie braucht Austausch, Austausch braucht Nähe, Nähe braucht Begegnung, und Begegnung braucht Zeit.
Kurzprogramm
Dienstag, 18. März
- mittags, Stadtallendorf
Ankunft und Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Stadtallendorf, Christian Somogyi
- Bildtermin - anschließend
Gemeinsamer Gang zum Rathaus der Stadt Stadtallendorf
- Bildtermin - anschließend, Rathaus
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt
- Bildtermin - anschließend
Kommunalpolitisches Gespräch mit dem Bürgermeister, dem Stadtratsvorsitzenden und den Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen und Parteien
- Auftaktbilder - anschließend
O-Ton des Bundespräsidenten
- Termin für Wort- und Bildmedien - anschließend
Gang durch die Stadt
- Bildtermine - nachmittags, Parkhotel Stadtallendorf, Schillerstraße 1
Aufnahme der Amtsgeschäfte des Bundespräsidenten am zeitweiligen Amtssitz
- Bildtermin - abends, Südstadt-Kiosk, Iglauer Weg 6
Austausch mit Jugendlichen, Teilnahme am Boxtraining
- Bildtermin
Mittwoch, 19. März
- morgens, Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Stadtallendorf
Besuch von Deutschlands ältester Gedenkstätte für Zwangsarbeit
- Bildtermin - anschließend
Gespräch mit Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
- Auftaktbilder
- Wortjournalistinnen und -journalisten können das Gespräch in zweiter Reihe verfolgen - anschließend, Gedenkstätte KZ-Außenlager Münchmühle
Kranzniederlegung
- Bildtermin - mittags, Schweinsberg an der Ohm
Gang durch die Schweinsberger Innenstadt zum Bürgerhaus
- Bildtermin - anschließend, Bürgerhaus Schweinsberg
Besuch und Essenausgabe beim Schweinsberger Mittagstisch
- Auftaktbilder - nachmittags, Amtssitz im Parkhotel Stadtallendorf
"Kaffeetafel kontrovers" des Bundespräsidenten, Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern
- Auftaktbilder
- Wortjournalistinnen und -journalisten können das Gespräch in zweiter Reihe verfolgen - anschließend
O-Ton des Bundespräsidenten
- Termin für Wort- und Bildmedien - abends, Stadthalle Stadtallendorf
Teilnahme an der jährlichen Vereins- und Sportlergala
- Bildtermin
Donnerstag, 20. März
- vormittags, Fritz Winter Eisengießerei GmbH & Co. KG.
Gespräch mit Geschäftsführung und Mitarbeitenden, Besuch der Ausbildungswerkstatt und der Anlagen
- Bildtermin - anschließend, Ferrero GmbH
Besuch einer Produktionsanlage, Mittagessen mit Mitarbeitenden
- Bildtermin - nachmittags
Ansprache und Ordensverleihung an engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Hessen
- Bildtermin
Hinweise für die Redaktionen:
- Die Interessenbekundung endet am Dienstag, 11. März 2025, 12.00 Uhr.
- Bitte melden Sie sich unter Angabe der gewünschten Termine sowie von Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, Telefonnummer, Medium und Funktion sowie mit einer Kopie des Presseausweises bei der Pressestelle des Bundespräsidialamts an, E-Mail: akkreditierung@bpra.bund.de.
- Eine Interessenbekundung führt nicht automatisch zu einer wirksamen Akkreditierung. Sie werden gesondert hierüber informiert.
- Bitte melden Sie auch mögliches Ersatzpersonal an, da an den Terminen ausschließlich akkreditierte Personen teilnehmen können. Eine Nachakkreditierung ist ausgeschlossen.
- Dauerakkreditierungen gelten nicht.
- Vor Ort wird es feste Pressepositionen für Bild- und Wortmedien geben. Ein Mitlaufen ist grundsätzlich nicht möglich. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten ist für einige Situationen die Zulassung begrenzt. Wir behalten uns das Poolen einzelner Bildtermine ausdrücklich vor.